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Mit „Israelkritik” gegen Antizionismus
Über den Stand der antisemitischen Dinge
TJARK KUNSTREICH
In den letzten Monaten wurden des Öfteren Diskussionen
geführt, wie die Entwicklungen in linken, israelsolidarischen Kreisen
der vergangenen zwei oder drei Jahre zu beurteilen sind. Zu beobachten
war eine Hinwendung zu einer als Real- oder Lobbypolitik bezeichneten
Vorgehensweise, die nicht selten einherging mit einer eigentümlichen
Reduktion des Weltgeschehens auf den Antisemitismus und auf Israel, der
jede materialistische Fundierung abhanden gekommen war und die deswegen
leicht als Philosemitismus denunziert werden konnte. Ist diese
Entwicklung Ausdruck der Anpassung an gesellschaftliche Gegebenheiten
zugunsten der eigenen Karriere, ein bewusstes Abgehen oder Verschweigen
von Positionen, die man einstmals teilte? Oder handelt es sich um eine
Reaktion aus Not in Anbetracht der realen Bedrohung Israels, angesichts
derer man als Politikberater keine Möglichkeit ungenutzt lassen möchte,
und das Beharren auf dem destruktiven Charakter der Ideologiekritik als
Nötigung empfindet, als Kokettieren mit der Ohnmacht? Letzteres wird
von denen vertreten, die meinen, Ideologiekritik käme der Leugnung der
Bedrohung Israels gleich, und die mit diesem Anwurf zugleich dessen
Charakter enthüllen: Der Sachzwang bestimmt ihr Geschäft, jene uralte
sozialdemokratische Form, die den Inhalt der Sache nachhaltig prägte.
Das Beharren darauf, dass es sich beim Politikmachen doch lediglich um
eine Form handele, die mit den konkreten Inhalten nichts zu tun habe,
weil man ja nach wie vor, zumindest in der Diskussion mit den eigenen
Kritikern, an bestimmten Standards festhalte, hat sich aber im
vergangenen Jahr selbst dementiert: Zum Beispiel als in Berlin Stop the
Bomb-Funktionäre dabei zusahen, wie pro-israelische Demonstranten von
einer Kundgebung für die iranische Protestbewegung geworfen wurden; als
der Bundesarbeitskreis Shalom sich anlässlich einer homophoben Mordtat
in Tel Aviv an einer anti-israelischen Demonstration in Berlin
beteiligte und für sich die Säkularisierung Israels als Thema
entdeckte; und nicht zuletzt in den Hamburger Ereignissen um die
Verhinderung der Vorführung des Films Warum Israel. Ihnen
allen ist eine Begriffslosigkeit gemein, die die behauptete
Möglichkeit, nur der Form nach Politik zu betreiben, die den Inhalt
nicht tangiere, zur Makulatur werden lässt. Die Standards, an denen
vorgeblich festgehalten wird, werden in der Unterwerfung unter den
Sachzwang beliebig austauschbar: Mal ist es ein Bekenntnis zum
Kommunismus da, wo es nicht hingehört, nämlich immer dann, wenn es um
einen Termin zur Auflösung Israels geht; dann eine Kritik des
Antisemitismus, wo eine des Antizionismus notwendig gewesen wäre, weil
man sich um ein Bekenntnis zum jüdischen Staat drücken will: Man redet
vom Antisemitismus, um vom Antizionismus zu schweigen.
Das falsche Verhältnis von Form und Inhalt, das sich darin offenbart,
verweist auf eine grundlegendere Frage, die mit der Geschichte der
Antisemitismuskritik der deutschen Linken zu tun hat. Denn so
unterschiedlich die Beispiele sein mögen, so ist ihnen doch eines
gemein: ein rationalisierender Begriff des Antisemitismus, der an der
Oberfläche verbleibt, womit die Kritik zur Erklärung gerät. Zugleich
führt diese Rationalisierung zu einer merkwürdigen Unfähigkeit, sich in
die Erfahrungen anderer einzufühlen oder wenigstens die eigenen
Erfahrungen ernst zu nehmen – eine Rationalisierung also im Dienste der
Abwehr jener Dimensionen des Antisemitismus, die das realpolitische
Handeln seiner Nutzlosigkeit überführen würde.
Als am 25. Oktober 2009 rote Nazis die Aufführung von Claude Lanzmanns
Film Warum Israel verhinderten, wurde zunächst sowohl von den
Veranstaltern als auch von Seiten der Verhinderer versucht, den Vorfall
klein zu reden: „Laiendarsteller schlagen sich durch” war die erste
Stellungnahme der Gruppe Kritikmaximierung überschrieben, in der man
sich nicht traute, die Antisemiten von der B5 als solche zu bezeichnen
[1], die Betreiber des Kinos b-movie beklagten sich über Zensur [2] und
die Antisemiten bestritten Gewalttätigkeiten und Beschimpfungen [3].
Erst als Claude Lanzmann selbst davon erfuhr und die Verhinderung als
antisemitischen Skandal bezeichnete, entstand ein Sachzwang zum
Handeln. Darin, und in nichts anderem, liegt der Skandal, der sich in
der Demonstration vom 13. Dezember dokumentierte. Denn was geliefert
wurde, waren Erklärungen und Rationalisierungen, Verniedlichungen und
Verharmlosungen – von Seiten der antiimperialistischen Judenfeinde
ebenso wie von Seiten ihrer linken Kritiker. Auf beiden Seiten bestand
ein Rechtfertigungsnotstand: Die einen mussten ihr antisemitisch
motiviertes Vorgehen nach politischer Aktion aussehen lassen, die
anderen mussten sich vom Geruch befreien, diese Rowdys allzu lange
toleriert zu haben. Der Skandal von Hamburg besteht weder in der
antisemitischen Aktion – schließlich weiß man, um was für Leute es sich
handelt –, noch in einer ungenügenden Kritik, sondern vielmehr darin,
dass diese Kritik nicht ohne Nötigung zustande kam. In Hamburg reagiert
man stets hanseatisch indigniert, wenn etwas Unvorhergesehenes den Gang
der Geschäfte stört. Ohne den Vorfall wäre in der reibungslosen
Koexistenz einer diversifizierten Großstadt-Linken alles weitergegangen
wie gehabt. Die Demonstration vom 13. Dezember stellte den Versuch dar,
den vorherigen Zustand wiederherzustellen. Dieser Versuch scheiterte
nicht nur, weil die Demonstration, gemessen am Aufwand und an der
medialen Präsenz, dank des Boykotts der Hamburger Linken ein grandioser
Misserfolg war, sondern weil ihr Veranstalter, das Bündnis gegen
Hamburger Unzumutbarkeiten, gar nicht begriffen hat, um was es geht.
Dabei wäre es einfach gewesen: Die Hamburger Antisemiten haben, bewusst
oder nicht – warum diese Unterscheidung beim Antisemiten keine Rolle
spielt, dazu später mehr –, weder zufällig diesen Film dieses
Autors verhindert, noch sich zufällig als israelischer
Checkpoint inszeniert. Sie haben als Antisemiten einen Film
angegriffen, dessen Sujet jüdische Subjektivität ist, die sich nicht
über die Shoah, sondern über den Widerstand definiert. Weil es die
Logik des Antizionismus ist, Israelis mit Nazis gleichzusetzen, war ihr
israelischer Checkpoint eigentlich eine Rampe der SS. In dieser von
ihnen selbst hergestellten Identifizierung konnten sie endlich selbst
zu Aggressoren werden, die ihre Scholle gegen eingebildete Juden
verteidigen.
Statt dies zu benennen, findet sich in den Beiträgen der Kritiker das
ganze Elend der linken Antisemitismustheorie wieder. Zusammengefasst
hört sich die Hamburger Kritik des Antisemitismus etwa so an: „Der
Gegenstand besteht nicht in der Frage, ob israelische Politik
kritisiert werden darf. Israelische Maßnahmen sollten kritisiert
werden, insbesondere wenn sie darauf zielen, jede Möglichkeit eines
existenzfähigen palästinensischen Staates in der West Bank und Gaza zu
unterminieren.” Das lässt man wie selbstverständlich Moishe Postone
sagen. „Aus dem Furchtbaren, was sich an israelischen Checkpoints in
der Tat ereignen kann – und was vor allem aus der Praxis
palästinensischer Terrorgruppen resultiert, Kinder, schwangere Frauen
oder Krankenwagen für den Bombenschmuggel zu verheizen –, macht die B5
ein billiges Spektakel, das vor allem eins verrät; wie wenig sich
dieAntizionistlnnen für die Schicksale derer interessieren, mit denen
sie sich vorgeblich solidarisieren.” „Der Antizionismus à la B5 steht
längst nicht in keinem übergreifenden Begründungszusammenhang mehr von
Fortschritt und Reaktion, von Imperialismus und Antiimperialismus. Er
steht bloß noch für sich selber. Von den politischen Koordinaten, in
welchen er sich einstmals, wie schief und krumm auch immer, verortete,
sind bloße Worthülsen übrig geblieben, die, beziehungslos nebeneinander
gestellt, partout keinen zusammenhängenden Sinn mehr bilden.” Da
besteht die Kritik an Antisemiten zunächst in der Versicherung, man
dürfe und müsse den Staat Israel kritisieren, wenn er keinen
palästinensischen Staat zulasse; sie werden beschuldigt, nicht wirklich
auf der Seite der Unterdrückten zu stehen; es wird ihnen vorgeworfen,
sich von jedem übergreifenden Begründungszusammenhang für ihren
Anti-Israelismus verabschiedet zu haben. Umgekehrt müsste das ja
bedeuten, dass man durchaus etwas am Staat Israel auszusetzen hat, z.
B. die Checkpoints, dass man selbst auf der Seite der Unterdrückten
steht, und schließlich dass man, wenn man schon gegen Israel ist, seine
Gegnerschaft wenigstens ideologisch ordentlich aufbrezeln sollte. Und
wie das funktioniert, das zeigt das Bündnis gegen Hamburger
Unzumutbarkeiten.
Zunächst muss dazu das Copyright für den Begriff des linken
Antisemitismus geklärt werden. Denn bei allem, was man sonst so sagen
könne, um Nazis handele es sich bei den Antisemiten der B5 keinesfalls.
Dazu wählt man den einfachen Weg der Begriffsfälschung: „Israel so als
faschistischen Staat bezeichnen, wie es damals üblich war und in der B5
noch heute ist, konnte und kann nur, wer auch die
orthodox-marxistischen Faschismustheorien teilt. Für FaschistInnen ist
,faschistisch' oder ,rassistisch' bekanntlich keine Kritik, weswegen
sie auch nicht auf die Idee kommen können, Israel als faschistisch zu
denunzieren.” „Daher ist es nicht nur empirisch falsch, diejenigen,
gegen die sich diese Demonstration richtet, als „Linksnazis" zu
beschreiben, die zu behandeln seien wie alle anderen Nazis auch. Um
dies zu belegen, muss nicht auf ihre sonstige Tätigkeit verwiesen
werden, etwa auf ihre Flüchtlingspolitik oder darauf, dass sie etwas
betreiben, was sie Antirassismus nennen.” „Alternativ kann die Rede von
den linken Nazis auch ein Mittel sein, um vergessen zu machen, dass die
gesellschaftlich organisierte Macht, namentlich der Staat, historisch
nicht nur Garant des Kapitals, sondern auch das Mittel der Entfesselung
der Barbarei sein konnte. So grüßt nur die Totalitarismustheorie und
nicht die Kritik, und die Linke, die sich von ihrem eigenen
Antisemitismus nicht lösen kann, erscheint als Ansammlung verlotterter
Einzelfälle.” Dass man selbst einer „orthodox-marxistischen
Faschismustheorie” anhängt, der jeder Faschismus nicht nur bei Nacht
gleich braun ist, und damit ein eigenes Interesse daran hat, rote Nazis
nicht als solche benannt zu wissen, ist das eine. Nicht zu
unterscheiden zwischen Nationalsozialismus und Faschismus, um
„FaschistInnen” und Nazis gleichzusetzen, ist jedoch eine besondere
Form der Relativierung: Dem Faschismus wohnt der Antisemitismus inne,
dem Nationalsozialismus jedoch Auschwitz. Der Zerfall des Staates in
Rackets, die Formierung der Volksgemeinschaft zum Zwecke der
Vernichtung der Juden: alles das wird ausgestrichen. Und so kann das
Hamburger Bündnis die Bezeichnung ‘Linksnazis’ als Versuch geißeln, die
marxistische Faschismustheorie vergessen machen zu wollen. Zugleich
betreibt man die Ehrenrettung der roten Nazis, in dem man ihnen
zugesteht, Antirassisten zu sein: sie sind es tatsächlich genau in dem
Sinne, in dem auch der Nationalsozialismus antirassistisch war, als er
den Islam als Bündnispartner gegen die Juden entdeckte. In Hamburg
scheint es noch nicht angekommen zu sein, dass Antirassismus die
Ideologie der Israel-Hasser ist, dass Antirassismus heißt, Auschwitz
mit der Kolonialismuskeule zu relativieren, wie auf mittlerweile zwei
Konferenzen der Vereinten Nationen gegen Israel geschehen. Im
Antizionismus, ob er nun dschihadistisch oder linksradikal daherkommt,
präsentiert sich ein modernisierter Nationalsozialismus, der ja eben
nicht nur Israel ins Visier nimmt, sondern im antiwestlichen
Ressentiment gegen die Individualität seinen Konsens von Teheran bis in
die Hamburger Brigittenstraße gefunden hat – und deswegen sind diese
Feinde menschlicher Emanzipation Nazis. Vom Ressentiment gegen den
Westen, vom Inhalt der Ideologie radikaler Tierschützer und
Antiimperialisten, deren Gemeinsamkeit in der Idealisierung des
Nichtmenschlichen und Antiindividuellen besteht, ist auffälligerweise
gar nicht die Rede in den Beiträgen eines Bündnisses, das peinlich
darauf bedacht ist, den Gegenstand seiner Intervention zu verharmlosen,
um sich selbst nicht ernst nehmen zu müssen.
Denn nicht nur in der B5 weiß man: „Der Zionismus ist nicht die
richtige Antwort auf den Antisemitismus. Die richtige Antwort auf den
Antisemitismus wäre die Beseitigung seiner Ursachen, d. h. die
Abschaffung aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes
und geknechtetes, ein verlassenes und verächtliches Wesen ist zu
Gunsten der Assoziation freier Individuen in einer staaten- und
klassenlosen Weltgesellschaft.” In den zur Inhaltsleere wiedergekäuten
Worthülsen verrät sich, wie wenig Linke sich mit Auschwitz befasst
haben. Dieses Argument, in dem der Universalismus der Befreiung gegen
den Partikularismus der Juden gestellt wird, kann nach Auschwitz nicht
aufrechterhalten werden. Und es wird schlimmer, wenn es in dem Beitrag
heißt: „In einer Welt aber, die die Vernichtungsdrohung gegen Jüdinnen
und Juden nie zurückgenommen hat, in einer Welt, in der niemand
Jüdinnen und Juden beschützen wollte (und schon gar nicht die deutsche
Linke), ist der Zionismus die einzig mögliche [Antwort; TK] auf den
Antisemitismus. Der Zionismus ist realpolitisch die einzige
Möglichkeit, dem kategorischen Imperativ nach Auschwitz, alle
Verhältnisse so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole,
nicht ähnliches geschehe, gerecht zu werden.” So wird Israel zum
Refugium der Juden bis zur Revolution und der kategorische Imperativ
umgekehrt: Nur Auschwitz rechtfertigt den Judenstaat, und das auch nur
bis zur Revolution; so viel Realpolitik sei den Juden zugestanden.
Jetzt hat alles wieder seine Ordnung, die Israelkritik ist gegen den
Antizionismus abgegrenzt, und daraus kann nur eines folgen: „Filme, die
sich positiv auf den Staat Israel beziehen, müssen gezeigt werden
können!” [4] Über alles andere können wir reden. Es lohnt nicht der
Mühe, die Zitate zuzuordnen, denn zum einen sind sie – bis auf das von
Moishe Postone – als Beiträge des Bündnisses gegen Hamburger
Unzumutbarkeiten veröffentlicht worden und stellen somit ein
Gesamtkunstwerk dar; zum anderen differieren die vorgetragenen
Auffassungen nicht in einem Ausmaß, welches eine Differenzierung nötig
machte. Es handelt sich zudem um eine Ansammlung der in der deutschen
Linken üblichen Textbausteine, wie sie seit zwanzig Jahren immer wieder
zu hören sind – Bausteine einer scheinbaren Befassung mit dem
Gegenstand, um der Auseinandersetzung mit ihm aus dem Wege zu gehen.
Darin unterscheiden sich die Beiträge nur wenig von den Reden, die
jedes Jahr am 27. Januar im Bundestag gehalten werden. Man könnte nun
fortfahren mit dem Zerpflücken dieser Beiträge, in denen mit den
Mitteln der Antisemitismuskritik gegen den Antizionismus argumentiert
werden sollte und doch nur ein weiterer Beweis dafür sind, dass die
Kritik des Antisemitismus zur Lüge wird, wenn sie im Namen der
berechtigten Kritik an Israel die Aktualität des Antizionismus nicht
auf den Begriff zu bringen willens und in der Lage ist. Damit ist auch
gesagt, was gesagt werden sollte, um Missverständnisse auszuschließen:
Selbstverständlich handelt es sich bei den Hamburger Kritikern des
Antisemitismus um eben solche, es geht nicht darum, ihnen etwas anderes
nachzuweisen oder zu unterstellen, Das macht die Sache aber nicht
besser, denn es zeigt sich nicht nur, wie zahnlos eine überkommene
Kritik des Antisemitismus sein kann; darüber hinaus wird deutlich, dass
sie, indem sie den Charakter des heutigen Antizionismus leugnet,
zugleich Gefahr läuft, anschlussfähig an ihn zu werden.
Diese Anschlussfähigkeit zeigt sich vor allem in der Reduktion Israels
darauf, „die zwangsläufig gewalttätige Notwehrmaßnahme gegen den
Antisemitismus“ zu sein, wie es in einer der vielen Variationen des
Themas heißt, hier in einer Einladung zu einer Veranstaltung mit
Stephan Grigat, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Stop the Bomb
Österreich, in Wien, die unter dem Titel Darum Israel –
Israel-Solidarität und materialistische Kritik stand. Der
Materialismus hört sich in der Einladung so an: „Die dem Kapital
unterworfene Gesellschaft drängt von sich aus auf den Antisemitismus,
der im wahnhaften Versuch der Konkretisierung des Abstrakten regelmäßig
wiederkehrt.” [5] Auch wenn es sich nur um einen Ankündigungstext
handelt und auch wenn Stephan Grigat selbst in der Vergangenheit
Einwände gegen derlei Formulierungen erhoben hat, so ist es doch kein
Zufall, dass von den vielen antideutschen Textbausteinen genau dieser
in einer Veranstaltung zur Israelsolidarität auftaucht: Kapital und
Gesellschaft werden getrennt, als gebe es das Kapital ohne die
Gesellschaft. Im Bild der vom Kapital unterworfenen Gesellschaft wird
die Dialektik der Subjektivität unterschlagen, als sei das Kapital kein
gesellschaftliches Verhältnis, in dem die Individuen notwendig als
Warenhüter an ihrem eigenen Schicksal weben, sondern eine abstrakt den
Menschen gegenüber stehende dunkle Macht. Dass diese Gesellschaft zudem
auf den Antisemitismus dränge, impliziert, dass dieser ebenfalls
irgendwo außen zu sein scheint. Wenn schließlich der Antisemitismus als
wahnhafter Versuch der Konkretisierung des Abstrakten bezeichnet wird,
der regelmäßig wiederkehre, ist die Verwirrung komplett: Entweder ist
das gesellschaftliche Drängen auf den Antisemitismus von sich aus
gegeben, dann aber ist dieser nicht wahnhaft, sondern logisch
determiniert; oder aber der Antisemitismus ist eine wahnhafte
ideologische Form, dann impliziert dies aber auch, dass er zwar dem
notwendig falschen Bewusstsein über das Kapitalverhältnis entspringt,
aber keineswegs notwendig in dem Sinne ist, dass eine subjektlose
Gesellschaft von sich aus die Konkretisierung des Abstrakten betreibt.
Zum Wahn gehört notwendigerweise das wahnsinnige Subjekt – in diesem
Fall der Antisemit. Das heißt, zwischen der Gesellschaft des Kapitals
einerseits, die ein notwendig falsches Bewusstsein erzeugt, und dem
Antisemiten andererseits liegt ein Vermittlungsschritt, der subjektiv
ist und alles andere als notwendig. Eine derartige Reduktion dessen,
was materialistische Kritik ausmachen könnte, auf eine
strukturalistische, d.h. subjektlose Sicht der Dinge läuft wider Willen
auf eine Rationalisierung von Auschwitz hinaus; die Vernichtung
erscheint so als selbsttätiger Prozess und damit auch als unumgänglich.
Stephan Grigat geht es bekanntermaßen um die Vereinbarkeit von
Realpolitik zur Verteidigung Israels und materialistischer Kritik des
falschen Ganzen, mit der Konsequenz, dass das genaue Gegenteil von dem
herauskommt, was Grigat intendiert: Aus der Versöhnung wird eine
Zwangsehe und aus der behaupteten Notwendigkeit des Antisemitismus
leiten die Adepten der Realpolitik, die sich bewusstlos bestimmter
Textbausteine der Kritik bedienen, die Notwendigkeit der Realpolitik
ab. Dennoch stehen Kritik und Politik unvermittelt nebeneinander, vor
der als überwältigend empfundenen Macht der kritischen Erkenntnis wird
kapituliert im Eingeständnis, nur Realpolitik könne nun noch helfen.
Diese Realpolitik ist aber notwendig darauf angelegt, nur jene
Ausschnitte der Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen, die ins Konzept
passen. Die Geschäftsbeziehungen deutscher Firmen zum Iran passen zum
Beispiel eher hinein als die um Abgrenzung vom Iran bemühte deutsche
Außenpolitik. Hier muss ein Widerspruch konstruiert werden, der die
Geschäfte des Kapitals als das Eigentliche und die Politik der
Bundesregierung als Augenwischerei erkennt. Dass das alles
zusammengehört – die politische Ablehnung der Vernichtungsdrohung gegen
Israel und gute Geschäftsbeziehungen zum Iran, der zur Not auch mit
Sanktionen bedacht werden wird, ebenso wie die gönnerhafte Haltung zu
Israel und die politischen Ratschläge, die auf den Suizid des
Judenstaats hinauslaufen –, kann in der Logik der Realpolitik nicht
bedacht werden, denn sie zielt ja auf Integration in die herrschende
Politik. Insofern kann Stop the Bomb ganz zufrieden sein. Das Problem
ist aber weniger die Realpolitik an sich, sondern die darin sich
entfaltende Objektivierung des Juden. Indem man von der europäischen
Politik mit Verweis auf die Geschichte der Vernichtung und der
Kollaboration fordert, man möge Israel schützen, wird Israel nicht etwa
verteidigt, sondern zum bedürftigen Opfer erklärt. Es ist ein kleiner,
aber entscheidender Unterschied, der zwischen einer Kritik der
europäischen Politik und dem Erheben von Forderungen besteht. Und
dieser besteht nicht einmal darin, dass die Forderungen richtig oder
falsch sein mögen, sondern im Verhältnis zur jüdischen Sache selbst,
die schon immer ein Problem der Antisemitismuskritik der deutschen
Linken dargestellt hat, weil ihr Objekt stets der Jude war und nie der
Antisemit. Dazu haben nicht zuletzt Theoretiker wie Hannah Arendt und
Moishe Postone beigetragen, die je auf ihre Art immer ein
gegenseitiges, einander bedingendes Verhältnis von Judentum und
Antisemitismus behaupten [6]: Bei Moishe Postone ist es die
Fetischisierung des Abstrakten im konkreten Juden, wie sie bei Stephan
Grigat auftaucht und zum Standard linker Antisemitismustheorie gehört,
bei Hannah Arendt ist es die Kritik des Partikularismus der Juden, wie
sie sich in den Formulierungen vom Übergangscharakter des jüdischen
Staates bis zur Revolution wiederfindet. Beiden ist die Notwendigkeit
der Israelkritik eingeschrieben, weil sie zutiefst der Überzeugung
sind, dass der Zionismus, auch wenn er als negative Notwendigkeit nach
Auschwitz anerkannt wird, eine Weigerung der Juden gegenüber
Assimilation und Universalismus bzw. gegenüber der Weltrevolution
darstellt. Bei Arendt vermittelt sich dies in der Verachtung für die
Opfer, die letztlich selbst schuld seien: etwa, wenn sie in Eichmann
in Jerusalem die Judenräte denunziert und Leo Baeck als „jüdischen
Führer” bezeichnet oder wenn sie in den Elementen und Ursprüngen
totaler Herrschaft feststellt, dass „die Geschichte des
Antisemitismus [...] sich so wenig wie die Geschichte des Judenhasses
herauslösen [lässt] aus der langen und verwickelten Geschichte der
Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden [...] Es erübrigt sich
hinzuzufügen, dass die jüdische Geschichtsschreibung, die immer einen
Hang zu Polemik und Selbstrechtfertigung hatte, sich darauf
konzentrierte, die Spur des Judenhasses in der christlichen Geschichte
zu verfolgen, während es den Antisemiten überlassen blieb, eine
Tradition ähnlichen Geistes aufzuspüren, die sich auf alte jüdische
Autoritäten berufen konnte. Als diese jüdische Tradition einer oft
heftigen Feindschaft gegen die Christen und Nichtjuden aufgedeckt
wurde, 'war die jüdische Öffentlichkeit durchweg nicht nur empört,
sondern echt überrascht' [Zitat des jüdischen Historikers I. M. Jost,
Mitte des 19. Jahrhunderts; TK] – so vollständig war es ihren
Wortführern gelungen, sich selbst und jedermann es als eine Tatsache
einzureden, dass die Isolation der Juden ausschließlich der
Feindseligkeit der Nichtjuden und einem Mangel an Aufklärung geschuldet
sei.” (Arendt 1986, S. 18f.) Bei Postone setzt sich dies in einer
merkwürdigen Trennung zwischen dem Politischen und dem Ideologischen
fort, wie in seinem Grußwort zur Hamburger Demonstration, wenn er den
Vernichtungswillen der Gegner Israels anerkennt und zugleich von Israel
Zugeständnisse an sie verlangt.
Die Arbeiten von Arendt und Postone gehen freilich in dieser Kritik
nicht auf; beschäftigten sich diese Ausführungen ausschließlich mit
beiden oder der einen oder dem anderen, sie wäre eine Randnotiz einer
umfassenderen kritischen Würdigung – dennoch bleibt, dass beide die
Anlässe für die Rezeption im Sinne einer deutschen Antisemitismuskritik
selbst geliefert haben, auch wenn die Rezipienten sich für ihre
Auslegung aus Gründen, die wie immer jenseits der Autoren liegen,
entschieden haben. So konnte Arendt in den 70er Jahren des letzten
Jahrhunderts als Autorin gelesen werden, deren politische
Begrifflichkeit jenseits des damals vorherrschenden Antiimperialismus
eine gegenläufige Analyse ermöglichte – so wurde sie von Henryk Broder
und Eike Geisel verstanden, die ihre schärfsten antizionistischen Texte
übersetzten und veröffentlichten. Konsequenterweise war es Geisel, der
Mitte der 90er Jahre mithalf, in der Person von Tom Segev die „Neuen
Historiker” Israels hoffähig zu machen. [7] Damals herrschte die
Überzeugung vor, dass die Vergleiche, die rechte Zionisten zwischen
Palästinensern und Nazis gezogen hatten, endgültig der Vergangenheit
angehörten, und nun im palästinensisch-israelischen Verhältnis so etwas
wie Normalität einkehren könne. Claude Lanzmanns Film Tsahal,
die Würdigung der israelischen Verteidigungskräfte, die den letzten
Teil der Trilogie darstellt, von der Warum Israel der erste
und Shoah der zweite Teil ist, wirkte in dieser Situation
antiquiert, geradezu reaktionär. Und Tom Segev empfahl diesen
„Propagandafilm” Lanzmanns für einen „Oscar des schlechten Geschmacks”
– wofür Segev bis heute von den deutschen Antizionisten geliebt wird,
die nicht müde werden, diese Äußerungen zu kolportieren. [8]
Moishe Postones berühmter Aufsatz Antisemitismus und
Nationalsozialismus von 1979 verschwand zunächst in der
Bedeutungslosigkeit, bevor die von ihm benutzten Begriffe zu
nichtssagenden Worthülsen des Diskurses wurden: Er ermöglichte eine
theoretische Rationalisierung ohne Empathie, eine Begrifflichkeit, in
der Gewalt nicht vorkommt. Die aus der Marxschen Kritik entwickelten
Begrifflichkeiten Postones wurden sehr viel stärker rezipiert als seine
im gleichen Aufsatz zu findende Kritik der deutschen Linken,
insbesondere der Entführung eines AirFrance-Fluges nach Entebbe 1976
durch Mitglieder der Revolutionären Zellen, die jüdische Passagiere
selektierten. An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine der
Abstraktion verpflichtete materialistische Kritik eine Einladung zur
Rationalisierung im Sinne der Abwehr des sehr konkreten Elends des
Antisemitismus sein kann.
Es ist auffällig, dass Arendt und Postone und ihren jeweiligen
Interpreten eine historisierende Kritik bislang nicht zuteil geworden
ist, wohingegen Jean Paul Sartre, verschrien als engagierter Autor,
bewusst ins Vergessen gedrängt wurde: Dabei sind seine problematischen
Positionen nicht problematischer als die von Arendt und Postone und
haben ebenso ihren historischen Zeitkern. Dagegen soll es hier darum
gehen, Sartres Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus nachzuzeichnen
und seine Bedeutung für eine kritische Durchdringung dessen zu
würdigen, was er die Leidenschaft und Weltanschauung
des Antisemiten nennt. Die Trennung, die Sartre zwischen dem
Antisemiten und dem Juden zieht, ermöglichte es insbesondere Claude
Lanzmann und Jean Améry, aber auch anderen Überlebenden, die in
Deutschland unbekannt sind, sich mit der Frage des Verhältnisses des
Antisemiten zum Juden in einer Weise zu befassen, die hierzulande als
subjektivistisch und moralisch denunziert wurde. Sie beruht auf einem
Begriff von Erfahrung und Unmittelbarkeit, dessen Grundlage die
Freiheit jedes Menschen ist, sich zu entscheiden – der Antisemit ist
jemand, der diese Freiheit leugnet, indem er sich für den Hass
entscheidet. Ich bediene mich bewusst der existentialistischen
Begrifflichkeit, um den Unterschied zu jener Sprache zu markieren, die
darauf angelegt ist, Erfahrung schon dem Begriff nach unmöglich zu
machen: unmöglich im Sinne von lächerlich und unmöglich im Sinne einer Weltanschauung,
die diese Möglichkeit negiert.
Der innere Widerspruch einer rationalisierten Antisemitismuskritik
drückt sich in der Bestimmung des Antizionismus als eines sekundären
Antisemitismus aus: Dem Antizionismus sei Israel lediglich ein
„Ersatzobjekt” – wie es in einem Beitrag für die Hamburger
Demonstration heißt – für den wirklichen Antisemitismus, der der realen
Juden nicht habhaft werden kann, also eine typische Erscheinungsform
des Antisemitismus nach Auschwitz. Israel ist jedoch alles andere als
ein Ersatzobjekt des Antisemiten, vielmehr findet er im Judenstaat als
Verkörperung jüdischer Subjektivität sein vorzüglichstes Objekt –
umgekehrt sind ihm alle Juden zionistische Agenten.
Sartre beschrieb die „synkretistische Totalität” des Antisemiten
zwischen Weltanschauung und Leidenschaft als einen Affekt, der den
Tatsachen vorausgeht. (Sartre 1994, S. 14) Der Hass auf die
Juden hat keine konkrete Ursache, er ist die Unterstellung, die die
Wahrnehmung von vornherein determiniert. Und: „Der Satz: ,Ich hasse die
Juden' gehört zu denen, die man in der Gruppe ausspricht; indem man ihn
ausspricht, schließt man sich einer Tradition und einer Gemeinschaft
an: der der Mittelmäßigen.” (Ebd., S. 17) Der Jude ist also keinesfalls
das Objekt des Antisemiten, denn dazu gehörte, dass dieser auch der
Auslöser seines Hasses wäre. Das ist er nicht; die Wahl des Antisemiten
hat mit dem Juden nichts zu tun. Der Antisemit bekennt sich hingegen
„von Anfang an zu einem faktischen Irrationalismus. Er stellt sich in
einen Gegensatz zum Juden wie das Gefühl zum Verstand, wie das
Besondere zum Allgemeinen, wie das Konkrete zum Abstrakten, wie der
Grundbesitzer zum Eigentümer von Immobilien.” (Ebd., S. 19) Es handelt
sich hier – und das ist der Unterschied zu Postone – um die
Stellungnahme des Antisemiten, der sich selbst in diesen Gegensätzen
sieht und sie solchermaßen auch reproduziert. Es gibt bei Sartre keine
objektive Herleitung des Antisemitismus aus der Gegebenheit der
Gesellschaft, vielmehr ist es der Antisemit, der in seiner Wahl jene
Gegebenheit bestätigt. Es gibt also keine Zwangsläufigkeit des
Antisemitismus, keine Determination für Judenhass, sondern die durch
Subjekte vermittelte Deutung, die sehr viel grundlegendere Konsequenzen
hat. Der Antisemit, so Sartre, „wählt das Unabänderliche aus Angst vor
seiner Freiheit, die Mittelmäßigkeit aus Angst vor Einsamkeit, und
diese unabänderliche Mittelmäßigkeit erhebt er zu einem dünkelhaften,
versteinerten Adel”. (Ebd., S. 20)
Die Gegensätzlichkeit einer Kritik, die den Antisemitismus als sich
bedingendes Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit und somit als
gesellschaftlich unumgänglich beschreibt, und einer Kritik des
Antisemiten als des Subjekts, das für seine Wahl verantwortlich ist,
wird nirgends deutlicher als im Gegensatz von Hannah Arendts und
Sartres Interpretation von Marcel Prousts Befassung mit der
Dreyfus-Affäre. Im ersten Teil von Sodom und Gomorrha, dem
vierten Band der Suche nach der verlorenen Zeit, beginnt
Proust mit einer im Wortsinne unheimlich detaillierten Schilderung der
Atmosphäre des fin de siècle, der Dekadenz jener Jahre, in
der sich die Gesellschaft sowohl die Juden als auch die Homosexuellen
scheinbar assimilierte, aber zugleich den Antisemitismus in seiner
modernen Form hervorbrachte, wie sie den Homosexuellen als Typus erst
erfand, den sie dann ausgrenzte. Prousts Sittengemälde nimmt sich in
der Folge der Romane, aus denen Auf der Suche nach der verlorenen
Zeit besteht, wie eine absurde Zuspitzung von Projektionen und
Identifikationen aus, in der Juden und Homosexuelle sich aneinander
angleichen, um die Gleichheit unter den Antisemiten herzustellen.
Sartre schreibt: „Proust hat zum Beispiel gezeigt, wie der
Anti-Dreyfusianismus den Herzog seinem Kutscher näherbrachte, wie sich
bürgerliche Familien dank ihrem Hass gegen Dreyfus Zutritt zu den
Häusern des Adels erzwangen. Die egalitäre Gemeinschaft, der sich der
Antisemit zugehörig fühlt, ist vom Typ jener Massenaufläufe oder
spontanen Ansammlungen, die anlässlich von Lynchjustiz oder Skandalen
entstehen. Die Gleichheit ist hier die Frucht der Nichtdifferenzierung
der Funktionen.” (Ebd., S. 22) Arendt hingegen sieht gerade in der
Differenzierung, die mit der Assimilation von Minderheiten in die
Gesellschaft einhergeht, das Problem: „Nur das Zusammen und Beisammen
der Cliquen sicherte dem einzelnen die Auszeichnung, durch die er in
die Gesellschaft gekommen und die er nun bereits als einen
unabdingbaren Bestandteil seines psychologischen Haushalts empfand. In
einer Gesellschaft von nichts als Juden oder nichts als Homosexuellen
wäre Jüdischkeit oder Homosexualität die normalste, alltäglichste Sache
von der Welt. Aber was für Juden und Invertierte galt, galt nicht
weniger für ihre adeligen Hausherren; auch sie brauchten bereits die
Nichtadeligen, um sich in ihrem Adel zu bestätigen, wie sie selbst die
Juden und die Homosexuellen bewunderten und bestätigten.” (Arendt 1986,
S. 159) [9] Der Unterschied zwischen Sartres und Arendts Interpretation
liegt darin, dass Sartre die soziale Entdifferenzierung in den
Mittelpunkt seiner Interpretation stellt, während Arendt, offenbar so
fasziniert wie angewidert von der décadence, die
Cliquenbildung in den Salons, zu denen mit einem Mal auch Juden und
Homosexuelle Zutritt hatten, zum Ausgangspunkt wählt: eben die
scheinbare Differenzierung. Bei ihr wird das gesellschaftliche
Verhältnis, in das die Juden sich begeben, zentral, bei Sartre hingegen
der Wille des Antisemiten zur Nivellierung gesellschaftlicher
Klassengegensätze, der – dann allerdings zwangsläufig – dazu führt,
sich die Juden auszusuchen. Diese Differenz ist deswegen entscheidend,
weil Arendt in der Folge den Assimilationsunwillen der Juden für den
Antisemitismus mit verantwortlich macht. Sartre interessiert sich nicht
dafür, was einzelne Juden getan haben, er untersucht das Interesse der
Antisemiten. Nicht zuletzt ergibt sich daraus ein Urteil, welches bei
Arendt die Juden einschließt, deren Verkommenheit – um nicht zu sagen:
Degeneration – zumindest in diesem Abschnitt der Elemente und
Ursprünge totaler Herrschaft die der Antisemiten bei Weitem
übersteigt. Sartre nimmt hingegen das Paradoxon der Assimilation
ernster als seine Schöpferin, ohne es zu kennen: Die Juden des fin
de siècle hätten tun können, was sie wollten, der Antisemitismus
war nicht in ihnen begründet, wiewohl sie die Zielscheibe des Hasses
waren.
Arendt versucht in diesem ersten Teil ihres Werkes ein Verhältnis von
jüdischer Emanzipation und Antisemitismus zu entwickeln, nach der mit
wachsender Integration der Juden in die Gesellschaft auch der
Antisemitismus sich entfaltete – ein Verhältnis, welches empirisch
betrachtet durchaus seine Richtigkeit hat. Nur versäumt sie, die
ausgerechnet Proust vorwirft, Gesellschaftlichkeit und Geschichte nicht
zu reflektieren – was sie, verschämt, mit seiner jüdischen Herkunft und
seiner Homosexualität in Verbindung bringt –, eben die
Gesellschaftlichkeit und Geschichte des kleinbürgerlichen Antisemiten
ebenso zu subjektivieren wie sie es, in einer bemerkenswerten Mischung
von Abscheu und Faszination, für die Juden und die Homosexuellen tut.
Selbst die Familie Rothschild und ihre Heiratspolitik geraten so zu
Erklärungen, wenn nicht Rechtfertigungen des Ressentiments: Das fin
de siècle wird zu einer Phase der Herrschaft der Juden und der
Schwulen über die Salons, ohne dass Arendt reflektieren könnte, dass
genau diese Projektion der Urgrund der Protokolle der Weisen von
Zion gewesen ist.
Sartres Überlegungen zur Judenfrage bestehen aus vier Teilen.
Der erste Teil erschien Ende 1945 in Les Temps modernes, der
gerade von Simone de Beauvoir und ihm gegründeten Zeitschrift, unter
dem Titel Portrait des Antisemiten, und beinhaltet jene an
die Studien zum autoritären Charakter erinnernde Analyse des
Antisemiten als jemanden, der nie nur Antisemit sein kann, sondern mit
seinem Judenhass eine Weltanschauung gewählt hat. Der gesamte Essay
erschien 1946, Sartre gab an, er wäre sich nicht sicher gewesen, ob
seine im dritten Teil entwickelte These vom „authentischen Juden” nicht
falsch verstanden werden könnte. Dieser Teil ist später Anlass zu
heftiger Kritik geworden, erstaunlicherweise aber nicht nach dem
Erscheinen der Überlegungen – im Gegenteil. So schrieb Claude
Lanzmann 1982: „Ich war zwanzig. Ich hatte gerade Widerstand und Krieg
erfahren. Und ich entsinne mich, dass mich trotz dieser Erfahrung eine
quälende Frage verfolgte: ,Wie soll ich sie anlächeln? Wie
kann ich wieder Vertrauen zu ihnen finden? Wie soll ich sie
ansprechen? Mit ihnen leben?' Denn machen wir uns
nichts vor und werfen wir keinen verfälschenden Blick auf diese
Vergangenheit: Fast alle hatten wir die Verfolgung und die jüdische
Situation in Angst und Scham erlebt. Angst und Scham waren bei der
Befreiung nicht magisch verschwunden [...] Die Wahrheit war, dass wir
keine Franzosen mehr und keine richtigen Juden waren [...] Wir waren
einsame, atomisierte, entsetzlich verlassene Überlebende. Sartre
versöhnte uns gleichzeitig mit Frankreich und mit unserer Situation als
Juden.” (Zit. n. Groepler 1987, S. 111f.)
Jean Améry beschrieb es ähnlich: „Ich war aufgestiegen von den Toten,
ein Nichts, hatte nichts, stellte nichts vor als einen ausgemergelten
Körper, an dem die von Wohlfahrtswerten zur Verfügung gestellten
Kleider schlapp und unordentlich hingen. Da ich aber nichts war, konnte
ich Dank der Sartre'schen Freiheit alles sein, Und da ich alles sein
konnte, wollte ich das auch. [...] Was hatte ich zu verlieren? Nicht
einmal meine Ketten. So hielt ich mich an eine Prophetie der
Ungewissheit, die meiner Existenz entsprach.” (Améry 1989, S. 74f.)
Diese Beschreibung korrespondiert mit einer Stelle aus den Überlegungen,
in der Sartre die Angst der Antisemiten vor der Wahrheit beschreibt:
„[...] was sie erschreckt ist nicht der Inhalt der Wahrheit, den sie
nicht einmal ahnen, sondern die Form des Wahren, jenes Gegenstandes
unendlicher Annäherung. Das ist, als wäre ihre eigene Existenz ständig
in der Schwebe. Sie wollen jedoch alles auf einmal und alles sofort
leben. Sie wollen keine erworbenen Anschauungen, sie erstreben
angeborene; da sie Angst vor dem Denken haben, möchten sie eine
Lebensweise annehmen, bei der Denken und Nachforschen nur eine
untergeordnete Rolle spielen, wo man immer nur nach dem forscht, was
man schon gefunden hat, wo man immer nur wird, was man schon war.”
(Sartre 1994, S. 15) Daran wird erkenntlich, was Überlebende an Sartres
Philosophie, an seiner Positionierung in den Jahren unmittelbar nach
1945, so fasziniert haben mag: die konsequente Gegenüberstellung von
Situationen. So bleibt auch Sartre nicht bei dem Porträt des
Antisemiten, sondern fragt sich, was die Juden denn machen könnten
angesichts der tödlichen Zuschreibung. Die Assimilation ist nämlich
auch keine Lösung: Will der Antisemit „den Juden als Menschen
vernichten, um nur den Juden, den Paria, den Unberührbaren in ihm
bestehen zu lassen”, möchte der Demokrat den Juden „als Juden
vernichten, um in ihm nur den Menschen zu bewahren, das abstrakte und
allgemeine Subjekt der Menschen- und Bürgerrechte.” (Ebd., S. 37) Diese
Falle diskutiert Sartre nun ausführlich vor dem Hintergrund der
Befreiung, dem nationalen Taumel der Résistance, der auf einmal alle
angehört haben wollen, und dem Schweigen über die Vernichtung der Juden
und der französischen Beteiligung daran. So ist er der Erste, der
öffentlich fragt: „Erwähnt man die Juden? Feiert man die Rückkehr der
Überlebenden, gedenkt man einen Augenblick derer, die in den Gaskammern
von Lublin starben? Kein Wort.” (Ebd., S. 45)
Der „authentische Jude”, von dem Sartre im Folgenden spricht, ist der
Jude, der sich zur Wehr setzt, der weiß, dass er in der Gesellschaft
nicht er selbst ist – in welchem Verhältnis er subjektiv auch zum
Judentum stehen möge –, sondern das, wozu ihn die Antisemiten machen:
Keinesfalls kreiert Sartre einen Mythos, wie Arendt es ihm,
verfälschend, unterstellt, indem er, wie Arendt schreibt, „den Juden
,existentialistisch' als jemanden bestimmte, der von anderen als Jude
angesehen und definiert wird.” (Arendt 1986, S. 23) Allerdings soll
heutzutage genau diese Bestimmung geleugnet werden, die ja nicht von
Sartre, sondern von den Antisemiten ausgeht, die ihre Vollendung in den
Nürnberger Gesetzen fand und ihre wahnhafte Fortsetzung in der
radikal-islamischen Gleichsetzung der Juden mit dem Westen und der
Zivilisation; die Leugnung dieses Verhältnisses ist die Grundlage für
eine Israelkritik, die sich solidarisch gibt, aber den von Sartre
aufgedeckten Widerspruch zwischen dem authentischen Juden, der seine
Identität eben nicht aus dem Antisemitismus bezieht, und der
antisemitischen Gesellschaft, die ja tatsächlich die Definitionsmacht
darüber, wer Jude ist, in Anspruch nimmt, nicht zur Kenntnis nehmen
will. Es ist Sartres Beitrag, der es Améry wie Lanzmann ermöglicht hat,
ihr je eigenes Werk zu schaffen, das von jener in Deutschland
perhorreszierten Authentizität zeugt, die möglich ist, wenn
sich Individuen ihrer Identifikationen und Projektionen so weit wie
möglich bewusst werden – also im absoluten Gegensatz zur Eigentlichkeit
des Antisemiten, der jede Bewusstwerdung vermeiden muss. Indem Sartre
diese Dialektik entfaltete, ausgehend von seiner Erzählung Die
Kindheit eines Chefs (Sartre 1987, S. 108ff.), in der er die
gesellschaftlichen Bedingungen der antisemitischen Wahl schilderte, und
seinem philosophischen Hauptwerk Das Sein und das Nichts, wo
er den Blick des Antisemiten und seine Bedeutung für den Juden
entschlüsselte (Vgl. Sartre 1991, S. 906f.), hat er sehr
unterschiedlichen Individuen einen Raum eröffnet, in dem sie nicht mehr
nur Exemplare oder Abziehbilder des Juden oder des Überlebenden waren,
sondern in einer tatsächlich universalistischen Perspektive sich für
das Judesein entscheiden konnten – aber, so Sartre: „Die Wahl der
Authentizität erscheint […] als moralischer Entschluss, der dem Juden
Gewissheit auf ethischer Ebene gibt, doch in keiner Weise eine Lösung
auf sozialer und politischer Ebene darstellt: die Situation des Juden
ist derart, dass alles, was er tut, sich gegen ihn wendet.“ (Ebd., S.
85)
Die tiefe Dankbarkeit, die Lanzmann zu jeder Gelegenheit und zuletzt am
18. Januar in Hamburg gegenüber Sartre zum Ausdruck brachte und die von
seinen Diskussionspartnern Hermann Gremliza, Klaus Theweleit und Max
Dax in bezeichnender Kälte unbeantwortet blieb, legt von der
Möglichkeit dieses Bewusstseins Zeugnis ab. [10] Dass die Freundschaft
zu Sartre und de Beauvoir den lauwarmen Kritikern des Hamburger
Antisemitismus zwar stets eine Erwähnung wert war, aber nie eine
inhaltliche Würdigung erfuhr, spricht dabei für sich: Als habe diese
Geschichte, wie Geschichte überhaupt, nichts zu sagen, als reiche es
aus, diese linken Ikonen aufzurufen, um vor allem auf das Linkssein
Lanzmanns hinzuweisen, ging es wohl eher darum, den Inhalt dieser
Beziehung in ihrer Radikalität nicht zur Kenntnis zu nehmen, weil
ansonsten die Dimension des Unernsten, des Unbegriffenen jener
Antisemitismuskritik für sich selbst spräche.
Dass Authentizität etwas anderes sein könnte als deutsche
Eigentlichkeit, dass sie die Vermittlung gesellschaftlicher
Zuschreibung mit der eigenen Identität bedeuten könnte, die sich
ausschließlich im individuellen Interesse der Emanzipation und der
Revolte selbst erfindet – einem Interesse, das, weil es individuell zu
sein hat, zugleich ein universelles ist –, ist unterdessen im
antirassistischen Diskurs undenkbar geworden, der die individuelle
Differenz leugnet, indem er sie als kollektive hochleben lässt. Vom
verächtlich gemachten Sartre profitieren, wenigstens in der
frankophonen Welt, allerdings bis heute jene, die „Ich” sagen können
und meinen: zum Beispiel Robert Redeker, der seit vier Jahren im
Untergrund lebt, weil er es wagte, den Islam als imperiale Macht zu
bezeichnen, die im Namen der Kultur beansprucht, ihre rückständige
Ideologie in Europa durchzusetzen – im Übrigen in Abgrenzung zu solchen
auch in Frankreich vorhandenen vorgeblichen Islamkritikern, die gegen
den Islam ihre eigene reaktionäre Rückständigkeit verteidigen [11]; zum
Beispiel Bouaiem Sansal, dem letzten algerischen Schriftsteller, der in
seinem Buch Das Dorf des Deutschen unmissverständlich die
enge Verwandtschaft des nationalsozialistischen und des islamischen
Judenhasses nachgewiesen hat und sich nicht zum Schweigen bringen lässt
[12]. Dagegen gibt es in Deutschland die unheimliche Übereinstimmung
zwischen dem antisemitischen Mob der Brigittenstraße und der
Wochenzeitung Die Zeit, die eine „kleine Warnung” an den
Rowohlt-Verlag veröffentlichte, die Erinnerungen Lanzmanns auf jeden
Fall einer genaueren Prüfung zu unterziehen [13]. Hier spiegelt sich
das Verhältnis zwischen Antisemiten und Demokraten wider, wie Sartre es
treffend beschrieb: Die einen hassen Lanzmann als Menschen, die anderen
als Juden. Und die Dummheit der Kritiker beweist sich darin, diese
Kampagne als „Rufmord” [14] zu geißeln, wo sie doch gar nicht
persönlich gemeint ist, sondern sich gegen die Wahrheit als solche
richtet. Nicht begreifen zu wollen, dass dies der Kern der Wahl des
Antisemiten ist und dass er deswegen die Juden als Ersatzobjekte und
Israel als das reale Objekt betrachten muss, weil ihm jede Form der
Gesellschaftlichkeit ein Gräuel ist; dass er, was er zutiefst hasst:
die Unbestimmtheit der Freiheit, nur in einem Staat wiederfinden kann,
der in seinen Augen ein Unstaat ist, weil ein Unvolk in ihm lebt,
welches sich seinem Begriff der Nation entzieht wie seinem Begriff von
Religion und Volk.
Am Ende seines Lebens hat Sartre sich in den Gesprächen mit Benny Lévy,
der als Pierre Victor eine Führungsfigur der radikalen Linken in
Frankreich gewesen war, bevor er zum orthodoxen Juden wurde, zum
Zusammenhang von Antisemitismus, Judentum und Revolution geäußert: Der
jüdische Messianismus habe im Gegensatz zum Marxismus „eben nicht den
Aspekt eines von der gegenwärtigen Situation aus bestimmten und in die
Zukunft entworfenen Ziels mit Stadien, die erlauben werden, es durch
die Entwicklung bestimmter heutiger Fakten zu erreichen”; im Gegenteil:
„Der Jude denkt, dass das Ende der Welt, das Ende dieser Welt und die
Ankunft der anderen das Auftauchen der ethischen Existenz der Menschen
füreinander ist.” (Sartre 1994, S. 247)
In diesem, und nur in diesem Sinne ist ein Ende des Staates Israel
denkbar – im Ende der jetzigen und der Ankunft einer neuen Welt, in
einem Bruch, so tiefgreifend, dass er mit der herkömmlichen Vorstellung
einer Revolution nichts mehr zu tun hat, weil allein schon dieser
Begriff der alten Welt angehört. In der Verwirklichung der jüdischen
Verheißung, die ja eine für alle Menschen und nicht nur für die Juden
ist, wäre Versöhnung denkbar – eben nicht in der diesseitigen
Vorstellung einer „staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft” oder wie
immer die Formel heißt. Die manchmal gewalttätige Nötigung zur Politik,
die sich im auffälligen Schweigen der israelsolidarischen Realpolitiker
zu den Hamburger Vorgängen demonstriert, die sich weder distanzieren
noch anschließen wollen und stattdessen in Indifferenz verharrten,
damit der Kelch an ihnen vorübergehe, spricht Bände. Aber nicht umsonst
gibt es über die Verheißung das Bilderverbot: Bloße Kritik zu üben, die
keine wäre, ohne die ständige Herausforderung, nicht aus Ratlosigkeit,
sondern aus Kalkül zu schweigen zu den Alternativen, von denen eine
hässlicher ist als die andere, ist eben nicht schlechterdings aus
Ratlosigkeit und Verzweiflung über den Stand der Dinge geboren, sondern
die einzige Form, die jene Verheißung überhaupt noch ernst nimmt. Dass
es einen Bruch geben könnte, der aus der gegenwärtigen Situation für
uns nicht denkbar ist, dessen Inhalt aber als Index des Falschen
unmissverständlich bestimmt ist, diese Hoffnung macht die
Ideologiekritiker zu Optimisten und lässt ihre realpolitischen Kritiker
als das erscheinen, was sie sind: Defätisten.
Anmerkungen:
[1] http://www.kritikmaximierung.de/flugschriften/laiendarsteller-schlagen-sich-durch/
[2] http://www.b-movie.de/info/stellungnahme.php3
[3] http://www.sol-hh.de/dateien_fuer_index/B5-Stellungnahme-Antid.htm
[4] Alle Zitate: http://b-g-h-u.blogspot.com
[5] http://www.bagrupowi.at/docs/news/2010/darum-israel.html
[6] Zur neueren Diskussion um Arendt vgl. Wasserstein 2009.
[7] Geisel führte mit Segev ein Interview, das am 11.3.1995 in der Frankfurter
Rundschau mit der redaktionellen Überschrift Ersatzreligion
Holocaust? veröffentlicht wurde. Wiederveröffentlicht in: Geisel
1998.
[8] So jüngst die merkwürdige Truppe „Kommunistische Assoziation
Hamburg”, die sich mit nichts anderem als der Verbreitung des
antideutschen Generalverdachts beschäftigt: http:///kommunistischeassoziation.wordpress.com/presseerklarungen/hamburger-musikclub-ubel-gefahrlich-und-regisseur-claude-lanzmann-beteiligen-sich-an-antideutscher-kampagne-gegen-linke-zur-vorfuhrung-des-films-warum-israel-am-18-januar-2010/
[9] Dazu aufschlussreich auch Kettner 2006.
[10] Vgl. den Mitschnitt der Veranstaltung: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31686
[11] http://www.prochoix.org/cgi/blog/2006/09/20/862-face-aux-intimidations-islamistes-que-doit-faire-le-monde-libre-robert-redeker
[12] http://totenatur.wordpress.com/boualem-sansal-das-dorf-des-deutschen/
[13] http://www.zeit.de/2010/02/G2/L-S-Lanzmann?page=all
[14] http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E55DEA3DBD
69948E5875 92450DAF3F765~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Literatur:
Améry, Jean, Unmeisterliche Wanderjahre (1971), München 1989.
Arendt, Hannah, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955),
München 1986.
Geisel, Eike, Der Schatten Hitlers, in: Ders., Triumph
des guten Willens, Berlin 1998, S. 162-177.
Groepler, Eva, Sartres Überlegungen zur Judenfrage, in: Babylon,
Nr. 2/1987.
Kettner, Fabian, Ein Handlungsreisender in Sachen
„Endlösung der Judenfrage“, auf: http://www.rote-ruhr-uni.com/texte/kettner_eichmann.pdf
(2006).
Postone, Moishe, Antisemitismus und Nationalsozialismus
(1979), in: Diskus, Nr. 3-4/1979, gekürzt
wiederveröffentlicht in: Küss den Boden der Freiheit, hg. v.
d. Redaktion Diskus, Berlin 1992, S. 425-437.
Proust, Marcel, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Bd.
4: Sodom und Gomorrha, Frankfurt/M. 2004.
Sartre, Jean Paul, Die Kindheit eines Chefs, in: Gesammelte
Werke – Romane und Erzählungen (1939), Bd, 1, Hamburg 1987.
Sartre, Jean Paul, Das Sein und das Nichts (1943), Hamburg
1991.
Sartre, Jean Paul, Überlegungen zur Judenfrage (1946),
Hamburg 1994.
Wasserstein, Bernard, Blame the Victim. Hannah Arendt: The
Historian and her Sources, in: The Times Literary Supplement,
Nr. 5558/2009 (9.10.09).
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