Und dem Weisen ist zu gonnen,
Wenn am Abend sinkt die Sonnen,
Daß er in sich geht und denkt,
Wo man einen Guten schenkt.
Volkslied
I
Der Gott, der uns die Rebe gab,
Der hat uns auch geheißen:
Zu trinken bis ans kühle Grab
Den Roten wie den Weißen.
II
Es liegt die Welt voll Sonnenschein,
Die grünen Wälder winken.
Wir wolln in einem guten Wein
All unser Leid vertrinken.
Der Wein erfrischt das alte Mark,
Trink nun den Wunderkühlen!
Du wirst dich wie ein Simson stark
In deinen Knochen fühlen.
III
Du blondgelockter Kleiner,
Geh, sage deinem Herrn:
Ein Fläschlein Nierensteiner,
Den tränk ich gar zu gern.
Du bist ein schönes Kind,
Du blondgelockter Kleiner -
Geh, hole mir geschwind
Ein Fläschlein Nierensteiner!
III
Die Sonnenrosse lenken
Schon in das Meer hinein -
Wie wär es, wenn wir tränken
Einen guten, kühlen Wein?
Den weißlichen vom Ätna,
Den dunklen von Bordeaux;
Sprecht! Oder seid ihr etwa
Bei rheinischem Weine froh?
V
Ich bin noch gar so jung
Und liebe schon den Trunk.
O heiliger Sankt Peter,
Was wird aus mir erst später,
Was wird aus mir erst werden, ach,
Wohl über Jahr und Tag!
VI
Spräch einer jetzt: "Mein Sohn,
Wir geben dir zum Lohn
Venedig und Milano -
Treibst du den Trunk piano!"
Ich spräche: "Gottes Wunder, nein,
Bringt mir 'ne Kanne Wein!"